seit seinem sechsten geburtstag bekommt niklas nun taschengeld.
schon lang hatte er es sich gewünscht, aber mama moni fand bisher immer, dass ein fünfjähriger sohn noch kein geld zu haben braucht.
seit dem geburtstag ist es nun anders: schon am tag danach verwies mich mein söhnchen auf meine versprechungen, dass er nun taschengeld beziehen könne.
zähneknirschend begab ich mich zu meinem geldbeutel, um ein goldenes 50-cent-stück daraus hervorzuholen.
(als taschengeldunerfahrene mutter hatte ich im vorfeld in elternratgebern nachgeforscht, was ein kind in welchem alter von seinen eltern erwarten dürfe. und 50 cent pro woche waren zwar nicht gerade üppig, jedoch wohl noch angemessen für einen sechsjährigen lausbuben) und überreichte es unserem sprössling, der sein guthaben zunächst einmal in einer -eigens dafür gerbeigeholten- spardose deponierte.
kaum hatte mein söhnchen allerdings seinen ersten frei verfügbaren finanziellen besitz angehäuft, gingen die fragen los:
"kann ich dafür schon so einen LEGO-bagger kaufen, den wir dem toni zum geburtstag geschenkt haben??"
"nein, niklas, der LEGO-bagger hat fast zehn euro gekostet. dafür musst du noch viele wochen taschengeld bekommen und sparen!"
als ich schnell im kopf nachrechnete, wie viele wochen ein kind taschengeld sparen muss, um auf zehn euro zu kommen, was nicht sehr schwierig war: 10 euro / 0,5 euro= 20 (!!) wochen, kam mir das allerdings etwas viel vor.
20 wochen eisern sparen- das arme kind! ich fühlte mich gleich etwas lausig.
oder sind zehn euro für einen LEGO-bagger vielleicht zu teuer?
oder sind 50 cent taschengeld einfach zu wenig?
ich beschloss, zukünftig das taschengeld durch durch gelegentliches honorieren von besonders fleissigen aktionen unseres ältesten aufzubessern. schon fühlte ich mich wieder etwas besser.
aber niklas murrte nicht -zwanzig wochen zu sparen konnte er sich wohl nicht so recht vorstellen- und das thema taschengeld ruhte für eine woche-bis zu nächsten zahltag.
und das geld wurde bisher nicht angerührt- bis zum letzen einkauf im supermarkt.
an der kasse lagerten kitschige, müllige plastik-eier, die kleine buben mit bunten bildchen zum kauf lockten.
und niklas liess sich locken.
all mein reden über plastikmüll, umweltbewusstsein und geldverschwendung nützten nichts- niklas bestand darauf, von seinem taschengeld solch ein ei zu erstehen.
da kinder nun über ihr taschengeld frei verfügen können sollen (so las ich es im erziehungsratgeber) , solang sie damit nicht in gefahr kämen, gab ich klein bei und sohnemann tätigte seinen ersten privatkauf.
bleibt abschliessend zu bemerken, dass:
1. niklas nach auspacken und begutachten seines (fehl)kaufes feststellte, dass er zukünftig doch lieber auf seinen LEGO-bagger sparen will
2. dann numbel -etwas neidisch geworden durch die neu erworbene, fantastische kaufkraft seines grossen bruders- erwog, auch taschengeld zu verlangen, was aber von seiner mama gnadenlos bis zu seinem sechsten geburtstag in zwei jahren vertagt wurde ;-)
3. morgen ist wieder zahltag ...
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